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Herpesvirus:
Immer mehr ausländische Deckrüdenbesitzer verlangen von Hündinnen, die von uns zum Decken
gebracht werden eine Herpesvirusuntersuchung. Vielleicht sollten auch wir einmal darüber nachdenken:
Die CHV-Infektion (Canides Herpesvirus) ist weit verbreitet. Der Verlauf dieser Infektion ist
altersabhängig. Die Erkrankung beim Welpen verläuft innerhalb der ersten 14 Lebenstage tödlich.
Es handelt sich um eine generalisierte Infektion. Bei älteren Hunden verläuft die Infektion meist harmlos.
Die Virusübertragung beim erwachsenen Hund erfolgt auf dem aerogenen Weg oder über den
Genitalapparat.
Kennzeichnend sind bei aerogener Infektion:
Nasenschleimhautentzündung, Konjunktivitis; bei einer Infektion über die Genitalien: Entzündung
der Vulva und der Vagina, Eichel-Vorhaut-Katarrh, desweiteren können sich Genitalinfektionen negativ
auf die Fruchtbarkeit auswirken. CHV-Virus wird auch als Begleitkeim bei dem Zwingerhustenkomplex
nachgewiesen. Für die Welpen ist die Hauptinfektionsquelle die Mutterhündin. Diese scheidet im Zuge
einer Erstinfektion oder nach dem Streß der Geburt und der einsetzenden Laktation das Virus aus.
Trächtige Hündinnen können Ihre Welpen bereits über die Gebärmutter infizieren. Diese Welpen haben
keine Lebenschance. Nach oder während einer Geburt kann ebenfalls eine Infektion erfolgen.
Es erkranken alle Welpen eines Wurfes und die Sterblichkeit beträgt annähernd 100%. Durch die
Aufnahme von CHV-spezifischen Antikörper mit der Vormilch bleiben neugeborene Welpen vor der
Krankheit geschützt. Daher geht häufig nur der erste Wurf einer CHV-positiven Hündin verloren,
da durch die ständige Reaktivierung der Infektion auch eine ständige Auffrischung der Antikörper
erfolgt. Der Nachweis einer ausgebrochenen CHV-Infektion erfolgt durch Virusisolierung.
Ein Antikörpernachweis kann ebenfalls am lebenden Tier durchgeführt werden. CHV-positive Tiere
sind latent mit CHV infiziert und können das Virus intermittierend ausscheiden. Diese Tiere sind oft
frei von klinischen Symptomen. Eine CHV-Impfung ist derzeit nicht verfügbar. CHV und die Hundezucht:
Seropositive Hunde sind potentielle Virusausscheider, die andere Hunde infizieren können.
In Zwingern mit CHV-positiven Zuchthündinnen besteht ein erhöhtes Aufzuchtrisiko. Die Welpen dieser
Tiere sind mit hoher Wahrscheinlichkeit wiederum Träger und Ausscheider des CHV.
Das Ziel sollte eine CHV-freie Zucht sein.
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